Aufgelesen LXXXV – Das Geheimnis einfacher Gesetzgebung

Es ist ein alter Wunsch, der, wer weiß wie spät, vielleicht einmal in Erfüllung gehen wird: daß man doch einmal statt der endlosen Mannigfaltigkeit bürgerlicher Gesetze ihre Principien aufsuchen möge; denn darin kann allein das Geheimniß bestehen, die Gesetzgebung, wie man sagt, zu simplificiren. Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

Aufgelesen LXXXIV – Zigeunergesetz

„Genug… Du wirst erhängt. Furchtbar einfache Sache, ihr rechtschaffenen Herrn Bürger. Wie ihr die Unsern bei euch behandelt, so behandeln wir die Euren bei uns. Dasselbe Gesetz, dem ihr die Gauner unterstellt, dem unterstellen wir euch. Wenn‘s grausam ist, ist‘s eure Schuld. Hin und wieder darf man wohl die Fratze eines Braven in der Hanfschlinge zucken sehen. Das gibt der Sache einen Anstrich von Ehrbarkeit… Den Rest des Beitrags lesen »

David Lincicum/Ruth Sheridan/Charles M. Stang (Eds.), Law and Lawlessness in Early Judaism and Early Christianity

Laut eines langlebigen und populären Stereotyps wird das frühe Judentum, als „legalistische“ religiöse Tradition betrachtet und dem frühen Christentum gegenübergestellt, welches das jüdische Gesetz umgehen und damit überflüssig machen, außer Kraft setzen oder abschaffen möchte. Die Aufsätze in diesem Band versuchen, die legalistischen und antinomischen Dimensionen beider Traditionen sichtbar zu machen, indem die verschiedenen Beiträge die prägenden Jahrhunderte dieser beiden großen Religionen und deren Gesetzestraditionen untersuchen. Den Rest des Beitrags lesen »

Aufgelesen LXXIX – Die unterschiedliche Stärke der geschriebenen und der ungeschriebenen Gesetze

Es gab eine Klosterehre, und es gab eine Schülerehre, und beide kamen zuweilen in Widerstreit, er kannst das; aber es waren, wie überall, die ungeschriebenen Gesetze stärker als die geschriebenen, und nie hätte er, solang er Schüler war, sich den Gesetzen und Ehrbegriffen der Schülerschaft entzogen. Den Rest des Beitrags lesen »

Aufgelesen LXVII – Der Rechtsbürger

Der Bürger … hat … an Stelle der Macht die Majorität gesetzt, an Stelle der Gewalt das Gesetz, an Stelle der Verantwortung das Abstimmungsverfahren. Den Rest des Beitrags lesen »

Aufgelesen LX – Infinitesimalgerechtigkeit

Wie entsteht Gerechtigkeit aus dem Gesetz? Das Gesetz läßt sich ja ergründen, sogar ein allbeständiges zuweilen, aber Gerechtigkeit gibt es offenbar in der Natur so wenig wie in der menschlichen Gesellschaft, es sei denn, der unbegreifliche Schöpfer habe sie auf so lange Fristen berechnet, daß man bei der Bemühung um den Nachweis schlechterdings verzweifeln muß. Den Rest des Beitrags lesen »

Aufgelesen XL – Der Preis des Rechts

Kein Rechtssystem ist gegen alle Fehler und Irrtümer gefeit – weder gegen die beabsichtigten noch gegen die unbeabsichtigten. Aber ein System kann Garantien enthalten, die die Verurteilung von Unschuldigen weniger wahrscheinlich machen. Diese Garantien sind teuer, und zwar nicht nur, weil sie Geld kosten, sondern auch, weil sie gelegentlich dazu führen, daß Schuldige ungestraft davonkommen… Für diejenigen, die Gottes Gerechtigkeit skeptisch gegenüberstehen, ist das gelegentliche Freisprechen eines Schuldigen der notwendige Preis für ein gerechtes System. Die Bereitschaft, diesen Preis zu zahlen, ist das Kennzeichen eines jeden hochentwickelten Rechtssystems. Den Rest des Beitrags lesen »