Sandra Fernau, Verstrickungen im Glauben – Zur biografischen Bedeutung katholischer Religiosität vor dem Hintergrund sexuellen Missbrauchs durch Kleriker

Die vorliegende Arbeit basiert auf einer qualitativen Interviewstudie mit erwachsenen Männern, die im Kindes- und Jugendalter von katholischen Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Ausgehend von der Beobachtung, dass es bei den Betroffenen zu keiner nachhaltigen Distanzierung von der Kirche bzw. den von ihr vermittelten Glaubensvorstellungen kommt, beleuchtet sie aus einer religionssoziologischen Perspektive den tiefgreifenden Einfluss katholischer Prägungen auf die Bewältigung des erlebten Missbrauchs sowie biografischer Konflikterfahrungen im Allgemeinen. Dabei zeigt die Untersuchung, dass die religiösen Verstrickungen spezifische Funktionen im lebensgeschichtlichen Kontext erfüllen: Sie fungieren als Mittel zur Herstellung von Konformität, zur Selbstaufwertung oder zur Entlastung von Handlungsverantwortung. Sie werden somit als (defizitäre) Versuche zur biografischen Problembewältigung fassbar, die eine gelingende Verarbeitung der Missbrauchserfahrungen tendenziell erschweren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Heiner Meulemann, Nach der Säkularisierung – Religiosität in Deutschland 1980–2012

Religiosität vor und nach der Säkularisierung oder in und jenseits von Christentum und Kirche wird mit repräsentativen Bevölkerungsumfragen in Deutschland zwischen 1982 und 2012 untersucht. Als Religiosität jenseits von Christentum und Kirche wird einerseits die Intensität der religiösen Frage betrachtet, also die Frage nach dem Woher und Wohin von Welt und Lebens, andererseits die Einstellungen zur religiösen Frage, also religiöse Unsicherheit und religiöse Indifferenz. Zwei Fragen werden dabei untersucht: Den Rest des Beitrags lesen »

Hans Michael Heinig/Christian Walter (Hrsg.), Religionsverfassungsrechtliche Spannungsfelder

Das Religionsrecht ist von Spannungsfeldern geprägt. Es bewegt sich zwischen Staat und Gesellschaft, zwischen Religion und Politik, zwischen Institution und Individuum, zwischen nationalem, europäischem und internationalem Recht, zwischen Genese und Funktion, zwischen Freiheit und Gleichheit, zwischen Gemeinwohl und legitimem Eigensinn, zwischen Säkularität, Religiosität und Konfessionalität. Der vorliegende Band vermisst diese Spannungsfelder aus der Perspektive verschiedener Disziplinen. Den Rest des Beitrags lesen »