BMI: Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Islam Konferenz

Rund 130 geladene Gäste, die in den vergangenen zehn Jahren aktiv – und dies meist ehrenamtlich – an der Deutschen Islam Konferenz (DIK) mitgewirkt haben, kamen am 27.09.2016 zu einem Festakt (Motto: „Herausforderungen und Chancen für das nächste Jahrzehnt“) in das Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg zusammen. Ein Ensemble aus 17 Musikern, die aus verschiedenen Regionen der Welt kommen und verschiedene Religionen haben, sorgte für den musikalischen Rahmen.

Das BMI hatte die DIK am 27.09.2006 ins Leben gerufen und damit erstmals einen gesamtstaatlichen Rahmen für den Dialog zwischen deutschem Staat und Muslimen in Deutschland geschaffen. Die DIK ist als gesamtstaatlicher Dialog angelegt, in dem auf staatlicher Seite neben dem Bund auch Fachministerkonferenzen und die kommunalen Spitzenverbände vertreten sind.

De Maizière: DIK ein „Kompass für die Zukunft“

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, der noch einmal die Gelegenheit nutzte, um in seinem Grußwort zum Festakt den Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden vom Vortag scharf zu verurteilen, würdigte die Deutsche Islam Konferenz als richtungsweisend und „Kompass für die Zukunft“. Sie war und ist Impulsgeber, so de Maizière, für Fragen der praktischen Religionsausübung – in Anerkennung des Vorrangs staatlichen Rechts und des Rechts der Religionsausübung anderer.

Vor allem der islamische Religionsunterricht an staatlichen Schulen, Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Universitäten, die Anleitung zu Bestattungen oder für den Moscheebau, der Aufbau einer zentralen Anlaufstelle für muslimische Wohlfahrtspflege sowie die bevorstehende Anleitung für Seelsorge seien ganz praktische und greifbare Erfolge der DIK, so der Minister weiter.

Trotz verschiedentlicher Kritik hob der Bundesinnenminister die Rolle der muslimischen Verbände für den Dialog zwischen deutschem Staat und Muslimen in Deutschland hervor. Sie seien „Gesicht und Stimme des organisierten Islam“. Allerdings rief er die Verbände für die Zukunft dazu auf, sich in den Gemeinden mit transparenten und repräsentativen Strukturen zusammenzuschließen. Andernfalls könne eine Anerkennung als Körperschaft öffentlichen Rechts nicht erfolgreich sein.

Außerdem forderte de Maizière von den muslimischen Verbänden eine Diskussion über die Rolle des Islams für die Sicherheit. Denn: „Sicherheitsfragen machen nicht Halt vor Religion und Glaube… Ich wünsche mir … eine stärkere Debatte um die Eindämmung von Extremismus und Gewalt – innerislamisch wie im staatlichen Dialog“. Werde dieser Dialog nicht – intensiver und auch öffentlich – geführt, schüre dies Misstrauen. Die überwältigende Mehrheit der Muslime werde damit nicht unter Generalverdacht gestellt. Wenn Muslime sich von Anschlägen im Namen ihrer Religion persönlich distanzierten, dann freue ihn das, betonte de Maizière. „Von den Vertretern islamischer Verbände erwarte ich aber mehr… Es geht darum, dass aus der Mitte der Gläubigen heraus das Gewaltmonopol, das Gewaltpotenzial von Religionen aufgearbeitet und nicht verdrängt und weggedrückt wird. Das liegt auch im vitalen Eigeninteresse der muslimischen Verbände“, so der Minister abschließend.

Weitere Redner im Rahmen des Festaktes waren Bundesminister Dr. Schäuble, der seinerzeit als ehemaliger Bundesinnenminister die DIK ins Leben gerufen hatte, Dr. Bekir Alboğa, Generalsekretär der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) und Dr. Djavad Mohagheghi von der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V. (IGS).

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit Bundesminister Dr. Thomas de Maizière, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Ayman Mazyek, Sineb El Masrar, Dr. Tuba Isik und Prof. Dr. Mathias Rohe zum Thema „Muslime in Deutschland – Deutsche Muslime: Wie geht es weiter?“. Moderiert wurde die Diskussion von Nazan Gökdemir.

BMI v. 27.09.2016

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