Bundesregierung: 10 Jahre Deutsche Islamkonferenz – Den Dialog fortsetzen

„Die Einberufung der Deutschen Islamkonferenz war eine Entscheidung mit großer Weitsicht“, sagte Innenminister de Maizière. Mit Blick auf die Anschläge in Dresden beklagte er eine zunehmende Aggressivität gegenüber muslimischer Religionsausübung. „Wir wollen nicht, dass so etwas in Deutschland geschieht, gegen wen auch immer.“

Die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Internationale Congress Center in Dresden haben die Festveranstaltung in Berlin überschattet. Bundesinnenminister Thomas de Maizière verurteilte diese Anschläge. Es sei „umso empörender, dass diese einen Tag vor der Deutschen Islam Konferenz“ verübt worden seien. „Wir wollen nicht, dass so etwas in Deutschland geschieht, gegen wen auch immer sich die Gewalt richtet“, betonte der Minister.

Viel erreicht, viel zu tun

Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre bezeichnete der Bundesinnenminister die Deutsche Islam Konferenz (DIK) als Erfolgsgeschichte. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht“, sagte de Maizière. Es gebe mittlerweile islamischen Religionsunterricht an Schulen, der unter staatlicher Aufsicht erteilt werde. An deutschen Universitäten wurden inzwischen Lehrstühle für islamische Theologie eingerichtet, auch als Voraussetzung für die Imamausbildung – das sei vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen, so der Minister.

Er dankte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der im Jahr 2006 als damaliger Innenminister die Initiative ergriffen habe. „Die Entscheidung war gut, und sie war richtig“, erklärte de Maizière. Zugleich lobte er die Deutsche Islam Konferenz als Impulsgeber für Fragen der praktischen Religionsausübung. Dies geschehe immer in Anerkenntnis des Vorrangs demokratischen Rechts und der Religionsausübung anderer.

Thema „Sicherheit“ im Fokus

De Maizière betonte, trotz zahlreicher hervorragender Beispiele für das Zusammenleben mit Muslimen bleibe noch viel zu tun. Es gelte, Grenzen zu bestimmten Auslegungen des Islam zu ziehen, die mit der freiheitlichen Grundordnung nicht vereinbar sind. „Politische Einflussnahme aus dem Ausland auf Deutschland unter Berufung auf die Religion können wir nicht akzeptieren“, sagte er.

Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf das neu geschaffene Dialogforum der DIK unter dem Motto „gemeinsam sicher leben“. Denn Sicherheitsfragen machten nicht Halt vor Religion und Glaube. „Ich halte es deshalb für ratsam, die Sicherheitsdebatte künftig wieder intensiver zu führen“, erklärte de Maizière. Dieser Dialog müsse dann aber auch stärker öffentlich wahrnehmbar sein. Nur so ließen sich Distanz und Misstrauen wirksam abbauen.

Hintergrund

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) feierte mit einem Festakt in Berlin ihr zehnjähriges Bestehen. Neben Bundesinnenminister de Maizière nahm auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble teil. Er hatte 2006 als damaliger Bundesinnenminister die DIK ins Leben gerufen. An der Konferenz sind derzeit zehn muslimische Verbände beteiligt. Sie spiegeln die religiöse Vielfalt der organisierten Muslime in Deutschland wider. Dazu kommen Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern und Kommunen.

Bundesregierung v. 27.09.2016

Veröffentlicht in Aktuell, Allgemein. Schlagwörter: , . Leave a Comment »

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s