Deutsche Islam Konferenz: Festakt zum zehnjährigen Bestehen

Zehn Jahre Deutsche Islam Konferenz: Dies ist Grund genug zum Feiern, aber auch Anlass zu überlegen, wie es weitergehen kann und soll. Rund 130 geladene Gäste, die in den vergangenen zehn Jahren aktiv – und dies meist ehrenamtlich – an der Deutschen Islam Konferenz (DIK) mitgewirkt haben, kamen am 27.09.2016 zu einem Festakt in das Umspannwerk in Berlin Kreuzberg zusammen. Ein Ensemble aus 17 Musikern, die aus verschiedenen Regionen der Welt kommen und verschiedene Religionen haben, sorgte für den musikalischen Rahmen. Die Sänger stimmten ein „Ave Pax“ – einen Ruf nach Frieden – an und wurden von Musikern mit typischen Instrumenten ihrer jeweiligen Regionen begleitet: Tablas, Bağlama und Danbau erklangen zusammen mit Klavier, Streichinstrumenten und Harfe.

Bundesinnenminister Dr. de Maizière hob in seinem Grußwort hervor: „Zehn Jahre Deutsche Islam Konferenz – das sind zehn Jahre Zusammenarbeit, in denen Vertrauen aufgebaut, Verlässlichkeit geschaffen und Wissen erweitert wurde.“ Er hob außerdem die Rolle der Konferenz als Impulsgeber für Fragen der praktischen Religionsausübung hervor, z.B. die Einführung von Islamischem Religionsunterricht an staatlichen Schulen oder die Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Universitäten, was noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen sei. Ein aktuelles Beispiel für das Wirken der DIK sei der Aufbau einer zentralen Anlaufstelle für muslimische Wohlfahrtspflege. Als Herausforderungen für die Zukunft nannte der Bundesinnenminister die Anpassung der organisierten Verbandslandschaft auf die Veränderungen der muslimischen Bevölkerung in Deutschland durch Flucht und Zuwanderung sowie die Schaffung mitgliedschaftlicher Strukturen.

Bundesminister Dr. Schäuble nahm mit dem Titel seines Grußwortes „Damit der Islam zu Deutschland gehört – Die Deutsche Islam Konferenz seit 2006“ Bezug zu seiner klaren Aussage aus dem Jahr, in dem er die DIK einberief: „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas“. Das Jubiläum der DIK falle in eine Zeit, in der die Gesellschaft sich wieder intensiv mit den Fragen auseinandersetze, die auch Grund für die Einberufung der DIK waren. Das sei im Prinzip zu begrüßen, jedoch würde die öffentliche Debatte oft sehr aufgewühlt und unsortiert geführt. Es wäre auch problematisch, seit Langem gut integrierte Menschen in eine anonyme Großgruppe der Muslime „zurück zu sortieren“ – dadurch könnten sich diese Menschen wieder ausgeschlossen fühlen.

Von muslimischer Seite traten Dr. Bekir Alboğa, Generalsekretär der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) und Dr. Djavad Mohagheghi von der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V. (IGS) vor die Zuhörer. Herr Dr. Alboğa, der auch zur Eröffnungsfeier der DIK vor zehn Jahren eingeladen war und diese seitdem begleitet, würdigte den kontinuierlichen Dialog der vergangenen Jahre und beklagte zugleich, dass über die DIK in den Medien zum Teil nicht mit der verdienten Aufmerksamkeit und wenig differenziert informiert würde. Zudem würden Zwischenrufe von außen je nach Bedarf Integrations-, Flüchtlings- und Islamdebatten miteinander vermischen. Diese Zwischenrufe erschwerten eine Annäherung der Gesprächspartner sowie die Sichtbarmachung der Erfolge. Herr Dr. Mohagheghi, dessen Verband in dieser Legislaturperiode neu zur DIK eingeladen wurde, würdigte die DIK als Forum, in dem Staat und Muslime erstmals miteinander und nicht nur übereinander redeten und das bedeutende Impulse in der Vergangenheit geben konnte.

Zukunftsfragen standen für die fünf Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Muslime in Deutschland – Deutsche Muslime: Wie geht es weiter?“ im Vordergrund. Frau Nazan Gökdemir moderierte diese Podiumsdiskussion mit Bundesminister Dr. Thomas de Maizière, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und zwei Wissenschaftlern sowie einer Publizistin, die in der Vergangenheit bereits an der DIK teilgenommen haben: Frau Sineb El Masrar, Frau Dr. Tuba Işik und Prof. Dr. Mathias Rohe.

Deutsche Islam Konferenz v. 28.09.2016

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