Aufgelesen LXXXIII – Beim Sarge des Mohammed!

Aus seiner Erfahrung als Pariser Straßenbummler wußte er, dass nichts dem Denken förderlicher ist, als hinter einer hübschen Frau einherzutrotten, ohne zu wissen, wohin sie geht.

In diesem freiwilligen Machtverzicht der Willensfreiheit, diesem grillenhaften Verhalten, das sich den Grillen eines andern, Ahnungslosen unterwirft, liegt eine Mischung von schrulliger Ungebundenheit und blindem Gehorsam, eine Übergangsstufe von der Sklaverei zur Freiheit, die ihm zusagte, da er ein Mensch von bedächtiger Geistesart war; er zauderte oft und erwog stets alle, selbst die ausgefallensten Möglichkeiten, schwankte zwischen allen menschlichen Neigungen, von denen ihr die einen durch die andern in Schach zu halten wußte. Er verglich sich gerne mit dem Sarge des Mohammed, der ständig von zwei magnetischen Steinen zwischen Oben und Unten, Kuppel und Erdboden, Fallen und Steigen, Zenit und Nadir in der Schwebe gehalten wird.

Aufgelesen in: Victor Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame, 3. Aufl. 2017, S. 98.

Anmerkung der Redaktion

Bei der Beschreibung des Sargs von Mohammed wird es sich um eine Legende handeln.

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