Hessen: Landeselternbeirat stimmt dem Entwurf des Kerncurriculums „Islamische Religion“ für die Primarstufe zu

Das Kerncurriculum für das Fach „Islamische Religion“ hat am Wochenende auch die Zustimmung des Landeselternbeirats gefunden. Damit ist der Weg für das Kerncurriculum endgültig frei.

„Dass sich erstmals in Deutschland Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher muslimischer Verbände und Institutionen auf ein gemeinsam getragenes, einheitliches Curriculum für alle muslimischen Schülerinnen und Schüler in der Grundschule verständigt haben, ist ein historisches Ereignis, das bundesweit ohne Beispiel ist“, sagte Kultusministerin Dorothea Henzler.

Entstehung des Kerncurriculums „Islamische Religion“

Im Mai 2010 wurde beschlossen, eine „Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Kerncurriculums für Islamischen Religionsunterricht Primarstufe“ ins Leben zu rufen. Alle Mitglieder des „Runden Tisches“ wurden aufgefordert, einen Vertreter in die Arbeitsgruppe zu entsenden.

Unter der Leitung des Hessischen Kultusministeriums kam es am 08.09.2010 zur konstituierenden Sitzung der Arbeitsgruppe. Prof. Abdullah Takim von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt a.M. erklärte sich bereit, die Koordination und Begleitung der internen Arbeitsabläufe für die muslimischen Gruppen zu übernehmen. Neben den internen Sitzungen der Arbeitsgruppe fanden von September 2010 bis Januar 2012 vier gemeinsame Sitzungen mit den Vertretern des Hessischen Kultusministeriums statt. Am 10.01.2012 war die inhaltliche Arbeit am Kerncurriculum beendet und der vorgelegte Entwurf konnte in die Beratungen gehen.

Bis zum 30.03.2012 gingen in diesem Rahmen Stellungnahmen von Verbänden, muslimischen Organisationen, christlichen Kirchen, Schulen und staatlichen Schulämtern ein. Überwiegend wurde der Entwurf des Kerncurriculums und die damit verbundene Absicht der Einführung des islamischen Religionsunterrichts an hessischen Schulen positiv beurteilt. Verschiedene Anregungen und Änderungsvorschläge wurden mit aufgenommen. Der endgültige Entwurf wurde schließlich am 17.04.2012 im Rahmen des fünften „Runden Tisches“ einvernehmlich beschlossen.

Zwei muslimische Gemeinschaften haben Anträge auf Einrichtung eines von ihnen getragenen Religionsunterrichts eingereicht. Vor der abschließenden Entscheidung über die Einführung eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts sind diesbezüglich noch die Ergebnisse der staatskirchenrechtlichen Gutachten zu den Anträgen abzuwarten, die bis Ende Juni vorliegen sollen.

Pressemitteilung des Hessischen Kultusministeriums v. 07.05.2012

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