Bundesregierung: 4. Deutsche Islam Konferenz – Ein Islam in, aus und für Deutschland

„Die Regierung ist nicht Vormund, sondern Brückenbauer“, betonte Bundesinnenminister Seehofer zum Auftakt der 4. Deutschen Islam Konferenz (DIK) in Berlin. Wichtigstes Anliegen der Konferenz sei es, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden – ehrlich, konstruktiv und mit Respekt.

„Wir haben in den bisherigen Phasen der Deutschen Islam Konferenz schon viel erreicht“, so Seehofer weiter. Es habe aber auch „Rückschläge“ gegeben. Bedenken des Verfassungsschutzes gegen einzelne Organisationen müssten dringend ausgeräumt werden, forderte der Minister und betonte: „Grundlage ist und bleibt unser Grundgesetz.“

Muslime gehören zu Deutschland

„Wir brauchen die Deutsche Islam Konferenz heute mehr denn je“, sagte Seehofer und stellte unmissverständlich klar: „Die Muslime gehören zu Deutschland.“ Zugleich lobte der Minister die erreichten Fortschritte. Mittlerweile gebe es nicht nur islamischen Religionsunterricht an Schulen und Institute für islamische Theologie an deutschen Universitäten, sondern auch islamische Wohlfahrtspflege und Seelsorge.

Nun gehe es aber darum, einen Schritt weiter zu gehen. Für die vierte Auflage der DIK stellte der Minister folgende Kernfragen zur Diskussion:

  • Wie kann sich ein Islam in Deutschland entwickeln, der in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist und damit die Werte sowie die Lebensart dieses Landes teilt?
  • Wie können wir alle gemeinsam die Integration von Musliminnen und Muslimen so gestalten, dass sie von gegenseitiger Toleranz geprägt ist und unsere pluralistische Gesellschaft weiter bereichert?

Kooperation könne nur im Rahmen der freiheitlichen Grundordnung unseres Grundgesetzes stattfinden, betonte Seehofer. Dieser Rahmen bilde zugleich aber auch eine Grenze. Echte Einigkeit über die Gültigkeit dieser Werte und Normen sei die Voraussetzung für das Zusammenleben aller in Deutschland.

Prävention vor Rassismus und Antisemitismus

Ein offener Blick auf die deutsche Geschichte sei unabdingbar, führte der Minister weiter aus. Er verwies auf den wachsenden Antisemitismus in Deutschland, der „beunruhigend“ sei. Die Lehren aus dem Nationalsozialismus gelten für alle Bürgerinnen und Bürger, betonte Seehofer weiter. Der Austausch zwischen jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften müsse dringend weiter gefördert werden.

Staat und Muslime im Dialog

Die DIK ist angelegt als dauerhafter und breiter institutionalisierter Dialog der Musliminnen und Muslime in Deutschland mit allen drei föderalen Ebenen: Bund, Länder und Kommunen. Sie findet parallel zur aktuellen Legislaturperiode des Deutschen Bundestages statt.

Das Bundesinnenministerium hat am 27.09.2006 die DIK ins Leben gerufen. Damit wurde erstmals ein gesamtstaatlicher Rahmen für den Dialog zwischen deutschem Staat sowie Musliminnen und Muslimen in Deutschland geschaffen.

Die DIK beriet und tagte in unterschiedlichen Besetzungen und in variierenden Formaten – bisher dreimal. Beteiligt waren über die Jahre islamische Dach- und Spitzenverbände, aber auch verbandsunabhängige und säkulare Initiativen sowie muslimische Einzelpersonen.

Offener Austausch mit neuer Teilnehmerstruktur

Die DIK in ihrer vierten Phase versteht sich stärker als Bühne für einen Dialog und Austausch von und mit Musliminnen und Muslimen. Im Fokus steht die übergeordnete Frage, wie ein Islam in, aus und für Deutschland entstehen kann und aussieht. Die DIK soll künftig ein Forum sein für eine ehrliche und konstruktive Diskussion über einen Islam, der in Deutschland seine Heimat findet und sich akzeptiert weiß.

Um möglichst viele in Deutschland lebende Musliminnen und Muslime repräsentiert zu sehen, wurden stärker als bisher Frauen und Männer aus örtlichen, säkulären und verbandsunabhängigen Initiativen, Trägern und Vereinen eingeladen. Sie sollen aus ihrem Alltag und aus der Mitte der Gesellschaft berichten.

Der Bund stellt zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung: Im Bundeshaushalt 2019 wurde ein neuer Titel „Moscheen für Integration öffnen, vernetzen und kooperieren“ verabschiedet. Dadurch verbreitert das Bundesinnenministerium den bereits vorhandenen Förderansatz der DIK.

Bundesregierung v. 28.11.2018

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