Bundesregierung: Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ von Bund, Ländern und Kirchen schließt Gerechtigkeitslücke

Zum Jahr 2017 wird die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ errichtet. Dem hat das Kabinett zugestimmt. Die Stiftung unterstützt Menschen, die in Kindheit oder Jugend Leid und Unrecht erfahren haben, wenn sie in Heimen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie lebten – sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR.

Die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ist Anlaufstelle sowohl für Menschen, die in Heimen der ehemaligen DDR zwischen 1949 bis 1990 als auch der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1975 Leid erfahren haben. Viele leiden noch heute unter den Folgeschäden.

Gemeinnützige Stiftung von Bund, Ländern und Kirchen

Bundessozialministerin Andrea Nahles zeigte sich froh darüber, dass „von Seiten des Bundes der Weg für Hilfen an Menschen, die als Kinder- und Jugendliche in Heimen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben“ frei sei. Eine nicht hinnehmbare Gerechtigkeitslücke könne endlich geschlossen werden.

Die gemeinnützige Stiftung wird sowohl vom Bund als auch von den Ländern und Kirchen getragen. Das Kabinett hat der Errichtung der gemeinnützigen Stiftung und dem Satzungsentwurf zugestimmt.

€ 9.000 Geldleistung – Beratungsstellen für Betroffene

Betroffene erhalten eine einmalige Geldleistung i.H.v. € 9.000. Wenn sie sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, können sie einen einmaligen Pauschalbetrag erhalten. Die Höhe ist abhängig von der Anzahl der Jahre, die gearbeitet wurde und kann bis zu € 5.000 betragen.

Das Leid und Unrecht wird mit der Stiftung öffentlich anerkannt. Damit soll es die von den Betroffenen geforderte gesellschaftliche Beachtung finden. Darüber hinaus werden die Geschehnisse wissenschaftlich aufgearbeitet. Leid und Unrecht soll durch Gespräche der Betroffenen in den einzurichtenden Beratungsstellen individuell anerkannt werden.

Die Stiftung wird von allen Vereinbarungspartnern – also Bund, Länder, Kirchen – mit insgesamt € 288 Mio. ausgestattet und besteht für den Zeitraum von 2017 bis 2021.

Wie kann man seinen Anspruch geltend machen?

Betroffene müssen sich bei der zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle innerhalb von drei Jahren, somit bis zum 31.12.2019, schriftlich anmelden.

Pressemitteilung der Bundesregierung v. 09.11.2016

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