Bundesregierung: „Auch die Freiheit, anders zu sein“ – Merkel zur Religionsfreiheit

Die Religionsfreiheit zähle „zum Kernbereich dessen, was unser Land ausmacht“, so Bundeskanzlerin Merkel in Berlin. Auch Flüchtlinge schätzten Toleranz und Religionsfreiheit. Jedoch sei es notwendig, die umfassende Bedeutung dieser Werte zu vermitteln.

„Um Religionsfreiheit ist es auf der Welt heute immer noch teils sehr schlecht bestellt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. „In vielen Staaten sind Übergriffe auf religiöse Minderheiten, Diskriminierung und Verfolgung an der Tagesordnung.“

In Deutschland genieße Religionsfreiheit verfassungsrechtlichen Schutz, betonte Merkel. Sie gehöre „zum Kernbereich dessen, was unser Land ausmacht und was uns lieb und teuer ist“, so Merkel bei der Internationalen Parlamentarierkonferenz zur Religionsfreiheit.

Hohen Stellenwert bewusst machen

Seit Inkrafttreten des Grundgesetzes habe sich Deutschland in vielerlei Hinsicht gewandelt – auch gesellschaftlich. „Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten ethnisch, kulturell und weltanschaulich vielfältiger geworden“, so die Kanzlerin.

Auch wenn „manch religiös motiviertes Verhalten befremden mag“, gelte es, sich stets aufs Neue den hohen Stellenwert der Religionsfreiheit vor Augen zu führen. Zur Religionsfreiheit gehöre eben auch, seinen Glauben öffentlich bekunden zu dürfen, so Merkel. „Freiheitsrechte schützen auch die Freiheit, anders zu sein, als es sich die Mehrheit wünscht oder vorstellt.“

Toleranz und Religionsfreiheit geschätzte Werte

Die Kanzlerin verwies auf erste Studien, die sich mit dem Blick der Flüchtlinge auf Deutschland beschäftigten. „Auf die Frage, was sie hier besonders schätzen, antwortet eine überwältigende Mehrheit von ihnen: Toleranz und Religionsfreiheit.“

Gleichwohl sei es notwendig, die umfassende Bedeutung dieser Werte zu vermitteln. Denn viele der Flüchtlinge kämen aus Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit. „In ihrer Heimat ist verboten, was bei uns selbstverständlicher Alltag ist.“ Oft seien dort leider auch Antisemitismus und der Hass auf Israel allzu selbstverständlich. „Das müssen wir gemeinsam sehr ernst nehmen“, so Merkel.

Religiöse Bildung – respektvolles Miteinander

Religiöse Bildung sei unverzichtbar zur Selbstvergewisserung – ebenso wie für ein respektvolles Miteinander der Religionen. „Je besser die religiöse Bildung, desto fundierter der Dialog zwischen Glaubensgemeinschaften und desto größer das gegenseitige Verständnis“, so Merkel.

Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung lebten Tür an Tür. „Dass sie einander offen begegnen, miteinander auskommen und gemeinsam Verantwortung in ihrem Lebensumfeld übernehmen, ist die Basis für unser friedliches Miteinander insgesamt.“

Bundesregierung v. 14.09.2015

Anmerkung der Redaktion

Hier finden Sie die Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der Internationalen Parlamentarierkonferenz zur Religionsfreiheit v. 14.09.2016.

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