Bundesregierung: Förderung der Barenboim-Said-Akademie als Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat sich zusammen mit Daniel Barenboim, Gründer und Präsident der Barenboim-Said-Akademie, sowie deren Direktor Michael Naumann vor Ort über das inzwischen weitgehend fertiggestellte Akademie-Gebäude informiert. Nach ihrem Rundgang durch den eindrucksvollen Bau erklärte Kulturstaatsministerin Grütters:

„Ein friedliches, von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben der Kulturen im Nahen Osten scheint heute utopischer denn je. Doch in der Barenboim-Said Akademie werden junge Menschen aus der arabischen Welt und aus Israel zusammen musizieren, lernen und arbeiten. Umso kühner empfinden wir auch heute noch die Vision dieses wegweisenden kulturellen Versöhnungsprojekts, das nun hier in Berlin, an einem geschützten Ort fern des Kriegs- und Krisenalltags, junge Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern der Idee werden lässt: Frieden ist möglich! Die Unterstützung dieses Vorhabens durch mein Haus ist deshalb nicht einfach nur ein Stück Kulturförderung, das der kulturellen Vielfalt Deutschlands dient. Sie darf durchaus auch als Beitrag der Bundesrepublik zum Friedensprozess im Nahen Osten verstanden werden.“

Die Räume der Akademie, die im ehemaligen Magazin der Staatsoper Berlin eingerichtet wird, sollen bereits ab Ende Juli 2016 bezogen werden. 30 junge, hochbegabte Stipendiaten aus dem Nahen Osten werden zum Wintersemester hier ihr Musikstudium beginnen. Zukünftig sollen bis zu 100 junge Musikerinnen und Musiker aus Israel und dem arabischen Raum jeweils vier Jahre lang ausgebildet werden. Neben Instrumental- und Musikunterricht sollen auch Philosophie, Geschichte und Literatur zum Lehrangebot gehören.

Kernstück der Musikakademie ist der Pierre-Boulez-Saal, ein Kammermusiksaal mit 622 Plätzen, der nach Entwürfen des amerikanischen Architekten Frank Gehry realisiert wird. Er soll ab März 2017 nicht nur für Proben und Konzerte des Hochschulorchesters und des von Daniel Barenboim und Edward W. Said gegründeten West-Eastern Diwan Orchestra, sondern auch für weitere Musikveranstaltungen zur Verfügung stehen.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien fördert den Bau der Akademie mit € 20 Mio. Auch die Betriebskosten sollen künftig vom Bund aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin finanziert werden. Im kommenden Haushalt 2017 stellt die Kulturstaatsministerin für die Akademie € 5,5 Mio. zur Verfügung.

Pressemitteilung der Bundesregierung v. 08.07.2016

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