Bundesregierung: Kloster Memleben mit Denkmalpflegeprogramm vor dem Verfall gerettet

Mit der Gründung eines Reichsklosters erlebte die Kaiserpfalz Memleben in Sachsen-Anhalt im 10. Jahrhundert ihre Blütezeit. Das Bauwerk wurde später als Steinbruch genutzt, bis die preußische Regierung die Ruine notdürftig sicherte. Heute fördert der Bund ihre Sanierung aus dem Denkmalpflegeprogramm.

Wer mehr über das Leben im Mittelalter wissen möchte, ist in Memleben richtig. Der Ort in Sachsen-Anhalt blickt auf eine große Geschichte zurück: Die Kaiserpfalz Memleben erlangte im 10. Jahrhundert unter der Herrschaft der Ottonen große Bedeutung. Hier starben König Heinrich I. und Kaiser Otto I., der Gründer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Im Gedenken an ihn stiftete sein Sohn, Kaiser Otto II., dem Ort im Jahr 979 ein Benediktiner-Kloster. Die Mönche des Klosters wurden per Urkunde dazu verpflichtet, für das Seelenheil des Vaters sowie für ihn selbst und seine Gemahlin Theophanu zu beten. Die kurze Blütezeit der bedeutenden Reichsabtei in Memleben beendete Kaiser Heinrich II. am 05.02.1015, als er das Kloster der osthessischen Abtei Hersfeld unterstellte. Aus welchen Gründen dies geschah, ist bis heute ungeklärt. Im 13. Jahrhundert jedenfalls wurde ein kleinerer Kirchenbau begonnen.

In den folgenden Jahrhunderten trotzte das Kloster Memleben dem vollständigen Verfall. Bis heute erhalten sind die Reste der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert und der spätromanischen Kirchenruine aus dem 13. Jahrhundert. Letztere ist in Sachsen-Anhalt eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieser romanischen Bauweise.

Klosterruine wird national wertvolles Denkmal

Seit 1992 setzte sich die Gemeinde Memleben und ab 1999 der Verein Kloster und Kaiserpfalz Memleben e.V. für den Erhalt der noch bestehenden Kirchenmauern und Klostergebäude ein. Erste wichtige Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäudebestand wurden eingeleitet und ein Museum in Betrieb genommen. Seit 2008 ist die Stiftung Kloster und Kaiserpfalz Memleben Eigentümer der gesamten Anlage.

Dazu gehört heute neben den Ruinen der Klosterkirchen auch ein nachgestalteter mittelalterlicher Klostergarten. Während die Kirche des 10. Jahrhunderts dem Besucher durch einen rekonstruierten Grundriss erfahrbar gemacht wird, vermitteln die Überreste der romanischen Kirche ein Bild von der einstigen Größe des ehemaligen Klosters. Die am Ende des 12. Jahrhunderts entstandene spätromanische Krypta ist heute als einziger Raum der gesamten Klosteranlage im Originalzustand zu erleben.

Die Klausurgebäude werden heute als Ausstellungsräume genutzt. Die Besucher des Benediktinerklosters können sich in verschiedenen Themenbereichen über die Ottonen informieren und die Baugeschichte des Klosters nachverfolgen. In der Veranstaltungsreihe Belebtes Kloster Memleben“ erhalten sie Einblicke in das Leben und die Ordnung des Klosteralltags sowie in die mittelalterliche Buchherstellung. Das Kloster ist inzwischen eine feste Station auf der Tourismusroute „Straße der Romanik“ geworden.

Bund unterstützt notwendige Sanierungsarbeiten

Auf Grund der nationalen Bedeutung des Klosters Memleben nahm der Bund die Anlage 2011 in sein Denkmalpflegeprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ auf. Seither fördert er die aufwändige Instandsetzung der Ruinen mit jährlichen Zuwendungen, 2015 i.H.v. € 127.000,–. Nach der Sanierung des Abthauses in den Jahren 2012 und 2013 wird seit 2014 an der Instandsetzung des Ostflügels gearbeitet. 2017 werden die umfangreichen Sanierungsarbeiten voraussichtlich beendet sein.

Bundesregierung v. 12.08.2015

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