Juristenglück XVI – Fall erledigt: Esel vergesellschaftet!

Klaus KohnenVon Klaus Kohnen, München

Wir erinnern uns: an einen armen Esel, seit Jahren klaglos ein Leben als Single führend, gewiss einige Marotten entwickelnd – ein Phänomen, auch bei männlichen Vertretern anderer Spezies, weiblicher Führungsaufsicht entbehrend, nicht ganz unbekannt –, der nun zwangsweise mit Artgenossen vergesellschaftet werden sollte, denn: Einzelhaltung sei tierschutzwidrig, so der beklagte Landkreis. Dem widersetzte sich der Kläger und Halter des Esels: Sein Tier sei ein Einzelgänger, Gesellschaft mache ihn aggressiv. Dem könne durch Kastration entgegengewirkt werden, entgegnete der Landkreis. Das VG Trier bestätigte diese Auffassung – und ließ nicht einmal die Berufung zu. Doch der Kläger blieb uneinsichtig, klagte und

bekam vom OVG Rheinland-Pfalz im Ergebnis Recht: Die Beteiligten verglichen sich, der Esel darf vorerst beim Kläger bleiben.

Das stimmt nachdenklich, setzt doch ein Vergleich gegenseitiges Nachgeben voraus. Ist etwa der beklagte Landkreis im Laufe des Verfahrens zur Überzeugung gelangt, dass angesichts der Störrischkeit, die der Kläger an den Tag legte, dem Bedürfnis des Esels nach Vergesellschaftung ausreichend Rechnung getragen sei?

Anmerkung der Redaktion

Ass. iur. Klaus Kohnen ist Gründer und Herausgeber des Informationsportals „Bayerischer Rechts- und Verwaltungsreport (BayRVR)“ und hat als Redakteur und Lektor für führende juristische Fachverlage gearbeitet, zuletzt für den Richard Boorberg Verlag in München.

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