Juristenglück XIII – Esel vergesellschaften!

Klaus KohnenVon Klaus Kohnen, München

Pressemitteilungen sollen Informationswert besitzen. Manchmal besitzen sie zudem Unterhaltungswert. Bei der Pressemitteilung des VG Trier übertrifft der Unterhaltungswert den Informationswert entschieden. Deren Quintessenz: Esel sind zu vergesellschaften. Wer jetzt an Art. 15 Satz 1 GG denkt, liegt daneben.

Die Darstellung des VG gemahnt an Brehms Tierleben. Alfred Brehm begegnete Tieren wie seinen Mitmenschen, verlieh ihnen Charakter, schilderte sie und ihre Verhaltensweisen mit Zu- oder Abneigung, niemals unbeteiligt. Vor diesem Hintergrund wirkt die einfühlsame Ausführung des Gerichts, durch die Einzelhaltung schränke der Kläger das Bedürfnis des Esels nach sozialem Kontakt unangemessen ein, menschlich, ja sogar tierisch edel. Daher sei die Anordnung des Landkreis-Veterinärs, den Esel zu vergesellschaften, nicht zu beanstanden.

Doch damit nicht genug: Gesellschaft muss sein, meint das VG, selbst wenn das Tier nicht mag. Esel sind nach mehrjähriger Einzelhaltung nämlich „sehr wehrhaft“. Dem könne aber durch geeignete Maßnahmen begegnet werden, sagte der Amtsarzt. Es bestehe nämlich die Möglichkeit, „durch Kastration des Hengstes eine erhöhte Sozialverträglichkeit herbeizuführen“.

So ein Esel ist am Ende eben auch nur ein armes Schwein.

Anmerkung der Redaktion

Ass. iur. Klaus Kohnen ist Gründer und Herausgeber des Informationsportals „Bayerischer Rechts- und Verwaltungsreport (BayRVR)“ und hat als Redakteur und Lektor für führende juristische Fachverlage gearbeitet, zuletzt für den Richard Boorberg Verlag in München.

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