Aufgelesen XX – Die zwei Reiche: Verträglichkeit der Sphären und Widerstand des Christen

Der Kaiser und Jesus verkörpern zwei verschiedene Ordnungen der Wirklichkeit, die sich durchaus nicht ausschließen müssen, aber in ihrem Gegenüber den Zündstoff eines auf die Grundfragen der Menschheit und der menschlichen Existenz zielenden Konflikts in sich tragen. „Gebt Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist“, wird Jesus später sagen und so die wesentliche Verträglichkeit der beiden Sphären ausdrücken (Mk 12, 17).

Aber wenn das Kaisertum sich selbst als göttlich interpretiert, wie es schon in der Selbstdarstellung des Augustus als Bringer des Weltfriedens und als Retter der Menschheit angelegt ist, dann muss der Christ „Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5, 29).

Aufgelesen in: Joseph Ratzinger – Benedikt XVI., Jesus von Nazareth – Erster Teil: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung, 2. Aufl. (2007), S. 38

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