Juristenglück VIII: Wenn die Zunge des Juristen bricht

Klaus KohnenVon Klaus Kohnen, München

Als Jurist ist man sprachlich einiges gewöhnt. Man hat sich beispielsweise die Palandt’sche Kurzschrift angeeignet (die zu entziffern Studienanfängern bisweilen mehr Zeit abnötigt als das Durchdenken des juristischen Problems, das zu lösen man den Kommentar zu Rate gezogen hat). Auch Schachtelsätzen rückt man beherzt zu Leibe. Vom liebgewonnenen Amtsdeutsch ganz zu schweigen, dessen geradezu lyrischen Liebreiz man erst im Vergleich mit europäischen Gesetzestexten zu schätzen vermag. Und Gesetzesbezeichnungen, die bei Nichtjuristen ein kapitulatives Kopfschütteln hervorrufen, stellen schon lange kein sprachliches Hindernis mehr da. Doch es gibt Ausnahmen:

Zum Beispiel diese: Schulverwaltungsorganisationsstrukturreformgesetz. Ähnlich muss wohl auch die Pressestelle des VG Gießen empfunden haben, steht in der dazugehörigen Pressemitteilung doch zu lesen: „Mit diesem die Zungen brechenden Gesetz…“. Ob der dazugehörige Pressemensch auch die Buchstaben gezählt hat? Es sind 49.

Anmerkung der Redaktion

Ass. iur. Klaus Kohnen ist Gründer und Herausgeber des Informationsportals „Bayerischer Rechts- und Verwaltungsreport (BayRVR)“ und hat als Redakteur und Lektor für führende juristische Fachverlage gearbeitet, zuletzt für den Richard Boorberg Verlag in München.

Hier finden Sie eine Gesetzesbezeichnung mit 64 Buchstaben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s