Juristenglück VII: Verrohrung

Dr. Georg NeureitherVon Dr. Georg Neureither, Heidelberg

Juristen sind gar nicht so! Das soll hier mal gesagt werden, weil es sonst keiner sagt. Falls es dazu noch eines Beweises bedarf – hier kommt er:

Da floss ein Fluss durch ein Rohr. 524 m lang. Vorher Fluss, hinterher Fluss, dazwischen verrohrt. Sagen die Techniker. Nicht, dass es heißt: die Juristen. Die kamen erst ins Spiel, als das Rohr kaputt ging und Streit entstand, wer die Reparatur bezahlen muss. Und fragten dazu – aus Gründen, die keinen Sterblichen interessieren müssen –, ob durch die Verrohrung aus dem Fluss etwas anderes wurde als – ein Fluss. Nee, sagt der gesunde Menschenverstand, und nee, sagten die Richter des BVerwG.

Nur geistige Kleinwagenfahrer fangen jetzt an zu mäkeln und sagen, da sehe man es mal wieder: Für Juristen ist ein oberirdisches, natürliches Gewässer auch ein unterirdisches, künstliches, weil (das soll auf Kausalität hinweisen!) Weihnachtsmänner im Sinne des Gesetzes ja auch Osterhasen sind.

Wir hingegen wissen uns mit Heraklit im Recht und teilen dessen Erkenntnis: „πάντα ῥεῖ – alles fließt!“ Flüsse, Begriffe…

Anmerkung der Redaktion

Dr. Georg Neureither hatte von 2000 bis 2013 in verschiedenen juristischen Verlagen leitende Positionen inne. Er ist u. a. Lehrbeauftragter für Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Lehrbeauftragter für Religionsverfassungsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prüfer in der Ersten juristischen Prüfung in Baden-Württemberg und Gründer der Internetseite „Religion – Weltanschauung – Recht [ RWR ]“.

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