AG Kitzingen: Mönch vom Vorwurf der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt durch Gewährung von „Kirchenasyl“ freigesprochen

Vor dem AG Kitzingen fand die Hauptverhandlung gegen einen Ordensangehörigen der Abtei Münsterschwarzach wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt durch Gewährung von „Kirchenasyl“ statt. Der 49-jährige Angeklagte hatte als Koordinator der Flüchtlingshilfe der Abtei einem jungen Asylbewerber aus dem Gazastreifen Unterstützung gewährt, für dessen Asylverfahren nach dem Dubliner Übereinkommen Rumänien zuständig gewesen wäre.

Die Strafrichterin des AG hat den Angeklagten freigesprochen. Hierbei hat das Gericht festgestellt, dass der Angeklagte zwar die Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, rechtswidrig begangen hat, dass aber seine glaubhafte Berufung auf das Grundrecht der Glaubens- und Gewissensfreiheit einen aus Art. 4 Abs. 1 GG herzuleitenden Entschuldigungsgrund darstellt, der eine Bestrafung im hier zu entscheidenden Einzelfall ausschließt. (AG Kitzingen, Urt. v. 26.04.2021 – 1 Cs 882 Js 16548/20)

Presseerklärung des AG Kitzingen v. 26.04.2021

Veröffentlicht in AG Kitzingen, Aktuell, Bayern, Rechtsprechung. Schlagwörter: , , , , . Kommentare deaktiviert für AG Kitzingen: Mönch vom Vorwurf der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt durch Gewährung von „Kirchenasyl“ freigesprochen
%d Bloggern gefällt das: