BMBF: Studiengang für Islamische Studien an der Universität Erlangen-Nürnberg eröffnet

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Etablierung islamischer Theologie an Hochschulen in Deutschland. Mit der Eröffnung des Studiengangs „Islamisch-Religiöse Studien“ an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg profitiert jetzt auch eine Hochschule in Bayern mit insgesamt 4,4 Mio. € über fünf Jahre von der Förderung. Der Bund finanziert damit Forschungsprofessuren, Mitarbeiterstellen und Nachwuchsgruppen. Hinzu kommen Mittel für Tagungen und Reisen.

Die deutschlandweit vier Zentren für Islamische Theologie – neben Erlangen-Nürnberg sind dies Tübingen, Münster/Osnabrück sowie Frankfurt a.M. mit Gießen – tragen wesentlich zur Ausbildung von islamisch-theologischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und  -wissenschaftlern bei, sowie zur Aus- und Weiterbildung von Religionslehrern und Religionsgelehrten.

Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel, MdB, sagte bei der Eröffnungsveranstaltung in Erlangen zur Bedeutung der neuen Zentren:

„Wir haben in Deutschland weltweit die längste und umfassendste Tradition universitärer Theologie. Mit den vier Zentren für Islamische Theologie wollen wir nun exzellente Forschung auch auf diesem Gebiet fördern und damit der Islamischen Theologie an deutschen Hochschulen eine Heimat geben. Das befördert den theologischen Diskurs und setzt darüber hinaus ein Zeichen für mehr sichtbare religiöse und kulturelle Vielfalt, die sowohl Quelle und Chance als auch Begleiter gesellschaftlicher Erneuerung ist“.

Die Friedrich-Alexander-Universität beeindruckte die BMBF-Gutachter mit ihren umfangreichen Vorarbeiten auf dem Gebiet. Im Rahmen der Arbeit des 2002 gegründeten Interdisziplinären Zentrums für Islamische Religionslehre begann die FAU bereits im Jahr 2003 mit der Ausbildung von Lehrkräften für den „Schulversuch Islamunterricht“. Daraus ging ein Modell für Islamischen Religionsunterricht hervor, das an bayerischen Schulen verbreitet ist. Das an der FAU entwickelte Schulbuch für den Islamischen Religionsunterricht „Saphir“ wurde mit dem European Schoolbook Award 2009 ausgezeichnet. „Die Friedrich-Alexander-Universität bietet als akademischer Standort beste Voraussetzungen für eine hervorragende Islamische Theologie“, sagte Thomas Rachel.

Das neue Department für Islamisch-Religiöse Studien (DIRS) an der FAU nimmt seine Arbeit mit vier Professuren auf: Die Professur für Islamische Religionslehre, vertreten durch Prof. Dr. Harry Harun Behr, bestand bereits und wird in das neue Department integriert. Die Professur für Islamisch-Religiöse Studien mit praktischem Schwerpunkt übernimmt zum Wintersemester Prof. Dr. Maha El-Kaisy Friemuth, die von der Katholieke Universiteit Leuven kommt. Für die Professur für Islamisch-Religiöse Studien mit systematischem Schwerpunkt konnte Prof. Dr. Reza Hajatpour vom Lehrstuhl für Iranistik in Bamberg und vom Orientalischen Seminar der Universität Tübingen gewonnen werden. Eine Professur für Islamisch-Religiöse Studien mit textwissenschaftlichem Schwerpunkt ist ausgeschrieben. Darüber hinaus werden zum Jahreswechsel vier Nachwuchsgruppen für Doktorandinnen und Doktoranden eingerichtet. Außerdem wird sich die FAU an einem Graduiertenkolleg für Islamische Theologie beteiligen, das die Stiftung Mercator bereits bewilligt hat.

Insgesamt fördert das BMBF die Etablierung der deutschlandweit vier Zentren Islamischer Theologie mit fast 20 Mio. €. Grundlage hierfür waren die „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2010. Die Unterstützung des Bundes ist an ein dauerhaftes finanzielles Engagement der Universität und des Landes geknüpft. Auch der Erlanger Stadtrat hatte einstimmig einem überfraktionellen Antrag zugestimmt, die Einrichtung des Zentrums zu unterstützen.

Pressemitteilung des BMBF Nr. 123 v. 27.09.2012

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