Juristenglück I: Dienstverrichtungsraum

Dr. Georg NeureitherVon Dr. Georg Neureither, Heidelberg/Stuttgart

Gerade erlebt. Sitzen zwei in der S-Bahn und unterhalten sich. Kein Satz endet mit „und so“ oder „Isch schwör'“. Keine Interjektion wie „boah“, „krrrass“, „Alter“. Kein affirmatives „abgefahren“.

Den Schilderungen ihres Berufsalltags nach handelt es sich um Angehörige des öffentlichen Dienstes, die sich hier nicht der Umgangssprache, nein, nicht der Schriftsprache, keineswegs, sondern zur Bewältigung ihrer kommunikativen Bedürfnisse der Höchstform sprachlicher Entwicklung bedienen: der Amtssprache.

Und so erfahre ich, was ich wissen sollte, aber gar nicht wusste, dass ich es wissen wollte: den Namen jenes geheimnisvollen Ortes, an dem die beiden ihres Tages Zeit verbracht hatten: in ihrem Dienstverrichtungsraum.

Anmerkung der Redaktion

Dr. Georg Neureither ist Lektor und Redakteur im Richard Boorberg Verlag, Lehrbeauftragter für Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Lehrbeauftragter für Religionsverfassungsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prüfer in der Ersten juristischen Prüfung in Baden-Württemberg und Gründer des Blogs „Religion – Weltanschauung – Recht [ RWR ]“.

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