Aufgelesen LXXIII – Das Boot ist voll oder: Das Wasser ist süß

Der Zoroastrismus ist eine antike Religion, deren Anfänge im östlichen Iran liegen. Ihre Anhänger hatten ab dem siebten Jahrhundert, als eine andere Religion die Vorherrschaft gewann, zunehmend unter Repressalien und teilweise auch unter Verfolgung zu leiden. Viele verließen das Land. Eines der Flüchtlingsschiffe erreichte die Westküste Indiens, und während einer Audienz beim König baten die Zoroastrier um das Bleiberecht. Der König wies auf ein Glas Wasser, das auf dem Tisch stand, und sagte: „So wie dieses Glas bis obenhin gefüllt ist, so ist mein Königreich voller Menschen. Für weitere fehlt uns der Platz.“

Der Sprecher der Delegation reagierte darauf, indem er einen Löffel Zucker in das Wasser schüttete und umrührte. „So wie dieser Zucker sich in diesem Wasser auflöst und es dabei versüßt, so wird mein Volk sich in der Gemeinschaft auflösen und sie dabei versüßen.“

Der König verstand und gestattete ihnen zu bleiben. Und seither versüßt die Anwesenheit der Zoroastrier die Gemeinschaft der Inder.

Aufgelesen in: Arun Ghandi, Wut ist ein Geschenk – Das Vermächtnis meines Großvaters Mahatma Ghandi, 6. Aufl. 2017, S. 86 f.

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