Bundesregierung: Kein Platz für Antisemitismus – Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest

Bundeskanzlerin Merkel sendet allen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern und ihren Familien beste Wünsche zum Neujahrsfest Rosch Haschana 5777. Das Fest beginnt am Sonntag bei Sonnenuntergang und dauert bis zum 4. Oktober.

„An einen Jahreswechsel knüpfen sich traditionell viele gute Wünsche, denen ich mich zugleich mit herzlichen Grüßen gerne anschließe. Mögen alle, die Rosch Haschana feiern, im Kreise der Familie und Freunde schöne Stunden miteinander verbringen.

In Deutschland leben Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit ihren Glauben, sie pflegen ihre Feste und Traditionen. Das kennzeichnet das Wesen unserer freiheitlichen, vielfältigen und kulturreichen Gesellschaft.

Im zurückliegenden Jahr sind viele Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, zu uns nach Deutschland gekommen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihnen geholfen und helfen ihnen weiterhin, sich in Deutschland zurechtzufinden und sich, wenn sie gute Bleibeperspektiven haben, hier ein neues Leben aufzubauen. Ich bin sehr dankbar, dass auch viele Mitglieder der jüdischen Gemeinden große Hilfsbereitschaft zeigen.

Mir ist durchaus bewusst, dass die Aufnahme von Flüchtlingen auch Sorgen hervorruft, weil viele von ihnen aus Ländern stammen, in denen Antisemitismus und Feindschaft gegen Israel zum Alltag gehören. Unsere Antwort darauf ist das unmissverständliche Bekenntnis zu unseren freiheitlichen Werten. Jedem, der in Deutschland lebt, ob alteingesessen oder neu hinzugekommen, muss klar sein, dass Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit hier bei uns keinen Platz haben dürfen. Wir wenden uns gegen Vorurteile und Verunglimpfungen.

Dies war auch eine Kernbotschaft der dritten Interparlamentarischen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus, die dieses Jahr nach Ottawa und London in Berlin stattfand. Das Konferenzthema bleibt leider aktuell – in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt. Diskussionsschwerpunkte waren diesmal besondere Herausforderungen für Sportvereine sowie die gezielte Verfolgung verbaler Attacken im Internet. Gemeinsam haben die teilnehmenden Parlamentarier aus Staaten rund um den Globus ein Zeichen für Toleranz und Verständigung gesetzt.

Der Beitrag der jüdischen Gemeinden in Deutschland ist von großer Bedeutung für unser Gemeinwohl. Ich danke Ihnen für Ihr großes ehrenamtliches Engagement. Hoffen wir gemeinsam auf ein friedliches und gutes neues Jahr – Schana Tova.“

Bundesregierung v. 02.10.2016

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