Bundesregierung: Merkel lobt beim Caritaskongress die Arbeit der Wohlfahrtsverbände

„Familie schaffen wir nur gemeinsam“ – so lautet der Titel der diesjährigen Kampagne der Caritas. Das Motto rücke die Familie dorthin, wo sie hingehöre, in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Empfang des Deutschen Caritasverbandes.

Familien als Teil unserer Gesellschaft stärken

Merkel dankte für den Einsatz, der tagtäglich von den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen für die Gesellschaft geleistet werde. „Ihnen gebührt ein Dankeschön, weil in Ihrer Arbeit von Ihnen etwas erwartet wird, was man wieder in kein Gesetz schreiben kann“, betonte Merkel.

Der Jahresempfang fand im Rahmen des 3. Caritaskongresses statt. Er stand ebenfalls unter dem Motto „Familie schaffen wir nur gemeinsam“. Rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kirche, Politik und Wissenschaft waren zur Tagung nach Berlin gekommen. Thematischer Schwerpunkt war die Caritas-Initiative „Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt“.

Politik muss Familien stärken

Merkel sagte weiter, der Staat könne Familien niemals vollständig ersetzen. Er könne versuchen, Teilaufgaben zu delegieren, damit etwas Ähnliches wie eine Familie entstehe. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir auf der politischen Seite alles tun, um Familien zu unterstützen. Wir müssen sie als Teil unserer Gesellschaft stärken und kräftigen.“ Sie rate dazu, „respektvoll mit den Lebenswünschen von Familien umzugehen und alles dafür zu tun, damit sich die verschiedenen Lebensentwürfe in unserer Gesellschaft auch realisieren lassen“.

Sie selbst sei von einer großen Skeptikerin des Betreuungsgeldes zu einer Befürworterin geworden. Neben ausreichend Kitaplätzen sollte laut Merkel auch ein „Signal“ an jene Eltern gegeben werden, die ihre ein- und zweijährigen Kinder noch nicht in eine Einrichtung geben wollten: „Beides sollte möglich sein“, so Merkel.

Zusammenhalt der Generationen

In der Familienpolitik müsse es darum gehen, Beruf und Familie so zusammenzubringen, dass dies „den Familien und vor allem auch den Kindern“ gerecht werde, betonte die Kanzlerin.

Auch die Generationen müssten – nicht zuletzt auf Grund des demografischen Wandels – wieder besser zusammengebracht werden. Deshalb sei das Projekt der Mehrgenerationenhäuser auch so erfolgreich. Da habe sich in vielen Städten und Kommunen schon sehr viel Kreativität entwickelt, wie man die Generationen wieder zusammenbringe, so die Kanzlerin.

„Wir müssen lernen, davon bin ich zutiefst überzeugt, das Leben als einen Spannungsbogen zu begreifen, aus dem wir keine Phase des Lebens und unserer gesellschaftlichen Öffentlichkeit ausschließen dürfen. Wenn die Kinder stören – zum Schluss stören wieder die Älteren, und bei den Behinderten neigen wir auch dazu, sie irgendwohin zu tun – dann ist das eine Gesellschaft, in der die vermeintlich Normalen zum Schluss auch nicht mehr normal sind, weil sie von dem wirklichen Leben nichts verstehen“, sagte Merkel.

Caritas

Die Caritas sieht sich dem Dienst am Menschen verpflichtet. Die Organisation ist im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig, genauso wie in der Altenpflege. Werkstätten für Behinderte und soziale Beratungsstellen gehören ebenfalls zu den Einrichtungen der Caritas.

Der Deutsche Caritasverband fasst die Wohlfahrtsorganisationen der katholischen Kirche in Deutschland zusammen. In den insgesamt mehr als 24.000 Einrichtungen und Diensten arbeiten etwa 560.000 Beschäftigte. Außerdem engagieren sich rund 500.000 Menschen ehrenamtlich für die Caritas. Verbandspräsident ist Prälat Dr. Peter Neher.

Bundesregierung v. 19.04.2013

Anmerkung der Redaktion

Hier finden Sie die Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes.

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